Andacht zum Herbst 2020

Hüter*in sein

Adam und Eva. Wir kennen die Geschichte. Ihr erstes Kind ist Kain, der Gründer der ersten Menschenstadt und Stammvater der Zivilisation – Ahnherr der Heiligen und der Waffenproduzenten gleichermaßen. Unsere Kultur ist das Erbe Kains; wir leben „jenseits von Eden“.

Die Geschichte von Kain und Abel, die Geschichte vom Brudermord – das ist der Blick in den Spiegel unserer Lebensängste und unseres Unfriedens. Was kann uns helfen in einer Zeit, in der wir spüren, dass unsere Welt dringend eine neue Orientierung braucht?

Die von Kain an Gott beinahe spöttisch gestellte Frage, als Gott ihn auf seinen Mord anspricht: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ ist ungewollt der stärkste Gedanke der ganzen Geschichte! Denn unwillkürlich drängt sich beim Hören der Gedanke auf, diese von Kain formulierte unmögliche Möglichkeit könne genau das sein, was eigentlich der Bestimmung des Menschen angemessen wäre.

„Meines Bruders Hüter sein“ – das geht, wenn ich zuerst mein Leben, so wie es ist, annehmen kann. Wenn ich zu mir stehe. Wenn ich mich akzeptiere mit all meinen Fehlern, mit all dem, was ich nicht kann und nicht bin. Wenn ich zufrieden bin mit mir, erlebe ich Frieden.

Bekommt Kain, bekommen wir noch die Chance auf einen zweiten Versuch?
Ja. Ich darf meines Bruders und meiner Schwester Hüter sein! Wo immer „meine Brüder und Schwestern“ auch herkommen, wer sie auch sind, welcher Religion sie angehören oder welche Hautfarbe sie schmückt, sie sind uns von Gott an die Seite gestellt damit wir uns gegenseitig behüten, helfen, segnen, ja, schließlich „lieben“!

Harst

Word Harst un Bladen fallen,
Störm weiht dör Lief un Seel.
Hebb di, mien Leevde, funnen –
na Appels ruckt de Deel.

De Dagen worden körter,
van Nachts hebb ´k van di dröömt.
gung mit di over´d Water,
nix hebben wi versümt.

In dien Arms hebb´k mi burgen
un du stöhnst di an mi.
De Wind ritt an uns Leevde
kummt neet an uns vörbi.

Wenn Boomen sük verbargen
in Dook un düster Weer,
stah ik mit di an´t Över
un ruuk dat wiede Meer.

Dien Ogen glimmen, strahlen,
ik holl di fast un weet,
du giffst mi futt de Appel
un gar nix deiht mi leed.
Claus Dreier

Konfirmandenunterricht geht weiter

Ein neuer KU-Jahrgang beginnt!
Am 12. September trafen sich erstmals die neuen Konfirmanden und Konfirmandinnen in Engerhafe. Es ist der zweite Jahrgang, der sich aus den drei Kirchengemeinden Engerhafe, Forlitz-Blaukirchen und Wiegboldsbur zusammensetzt. Bis zur Konfirmation im Mai 2022 werden sie eine Menge lernen und kennen lernen. Wir wünschen diesen jungen Menschen eine tolle, unvergessliche Konfirmandenzeit und freuen uns jetzt schon auf die Zeit mit ihnen!
Anita, Claus, Neelke, Xena, Marie, Ivonne, Aylin, Annalena, Ronja und vielleicht noch andere aus dem Jahrgang, der konfirmiert wird.

Konfirmandenunterricht
Vorkonfirmanden
Samstag, 14.11.2020, 09:00 – 13.00 Uhr in Wiegboldsbur

Hauptkonfirmanden
Samstag, 05.09.2020, 09:00-13:00 Uhr in Engerhafe
Sonntag, 01.11.2020, 09:00-12:00 Uhr in Engerhafe

Termine

Krabbelgruppe startet wieder!

Donnerstag, 1. Oktober, 10 bis 11:30 Uhr, erster Termin im Gemeindehaus Engerhafe
Herzliche Einladung!
Bitte bringt euch eine eigene Tasse mitbringen!

Frauen im Gespräch

Wir treffen uns jeden ersten Dienstag im Monat im Oktober und November.
Im Dezember hoffen wir, dass wir wieder nach Nazareth fahren können, um dort bei Tee und Kuchen unseren Jahresabschluss zu feiern.
Wir freuen uns über neue Gesichter !

Adventskoffer 2020

Maria und Josef können dieses Jahr aus Corona-Gründen leider nicht auf die Reise gehen. Daher wird der Koffer vorne im Gemeindehaus im Eingangsbereich stehen. Dort habt ihr die Gelegenheit, Maria und Josef anzuschauen. Schreibt eure Gedanken, Gebete und Kreatives dazu auf ein Papier und werft es in den Postkasten am Pfarrhaus.
Wir freuen uns über eine rege Beteiligung, damit wir
wieder ein Buch gestalten können.

Kigo-Termine

Samstag, 10. Oktober, 09:30 Uhr: Ausflug

Da wir dieses Jahr keine Kinderherbsttage feiern, möchten wir trotzdem einen Ausflug am Samstagvormittag mit Euch machen.
Treffpunkt: 9:30 Uhr beim Gemeindehaus
Wichtig !!! Ihr müsst Euch unbedingt beim Kinderteam anmelden, da es Corona Vorschriften gibt und wir planen müssen! Infos: 04942 1431

Sonntag, 25. Oktober, 10 Uhr: Kindergottesdienst
Anmeldung für das Krippenspiel und den Engelschor!

Mittwoch, 9. November, 16 Uhr: Martini Singen

Sonntag, 29. November, 10 Uhr: Kindergottesdienst
Sonntag, 27. Dezember kein KiGo!

„BESONDERE ZEITEN“

Liebe Leserinnen und Leser,
wir erleben schon seit einigen Wochen „BESONDERE ZEITEN“ : Alles ist anders als sonst. Vieles steht still und wurde abgesagt. Viele sind zu Hause, etliche sind auf Kurzarbeit. Die Gottesdienste sind ausgefallen, auch die Konfirmationen mussten wir auf den Herbst verschieben – das kirchliche Gemeindeleben hat sich verändert.

Es sind schwere Zeiten gerade. Und für manche sind sie besonders schwer: zum Beispiel für die, die alleine wohnen oder die, die aufgrund von Kurzarbeit weniger verdienen oder die, deren Einnahmen komplett weggebrochen sind. Ich vermisse unsere Gottesdienste in den drei Gemeinden. Ich vermisse Sie und Euch.

Manchmal denke ich: Jetzt sind wir ganz auf uns selbst zurückgeworfen. Keine Berührungen mehr, „nur“ ein Lächeln auf Abstand. Und wenn wir dabei eine Maske aufhaben, ist das Lächeln nur schwer zu erkennen… keine oder nur wenige Besuche, nur die Erinnerung an schöne Besuche, keine Veranstaltungen mehr in unseren Gemeindehäusern und Kirchen. Da wird es einem schon manchmal langweilig und man fühlt sich einsam. Und jede und jeder von uns fragt sich: Wie lange soll das noch so weitergehen?

Ganz allmählich verändert sich unser Leben zwar wieder, die Schulen haben wieder den Unterricht aufgenommen und immer mehr Schüler und Schülerinnen dürfen von Woche zu Woche wieder zur Schule gehen. Die Läden sind wieder geöffnet und auch die Restaurants dürfen wieder ihren Betrieb aufnehmen – alles natürlich immer unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen. Das gilt auch für die ersten Gottesdienste, die nun bald wieder stattfinden dürfen.

Vorsicht und Umsicht, Vernunft und Besonnenheit sind in diesen Tagen besonders wichtig. Und vor allem Gottvertrauen. „Gott ist treu“ – heißt es im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 9. Nur leider – denke ich manchmal – scheint er manchmal so weit weg.

Wir können ihm nicht in die Augen schauen, wir können ihn nicht berühren, wir können ihn nicht umarmen. Aber so ist es. Dennoch gilt: Gott ist treu und Gott ist da. Jetzt, wo wir ziemlich isoliert sind, können wir es neu lernen, uns ganz auf ihn und seine Gegenwart zu verlassen. Wir können es vielleicht auch lernen, seine Gegenwart, seine Treue, seine Liebe n e u zu erfahren und zu genießen. Bisher wurden wir vielleicht manchmal von ihm abgelenkt durch Hektik, durch Geschäftigkeit, durch andere Menschen, durch Schmerzen, durch schwermütige Gedanken. Jetzt ist in besonderer Weise Gott gefragt. In ihm können wir uns geborgen wissen. In ihm können wir uns angenommen wissen. In ihm können wir uns geliebt wissen.

Gott schütze Sie und Euch alle in diesen besonderen Tagen. Und dann hoffe ich, dass wir uns bald wiedersehen können – wenn auch zuerst mit Abstand…
Ihre/Eure Pastorin
Anita Schürmann

Neue Gottesdienstregularien

Die „BESONDEREN ZEITEN“ dauern an. Natürlich, sie haben sich auch schon etwas verändert. Einige „Lockerungen“ wecken die Sehnsucht nach „Normalität“ wohl erst recht. Bei mir ist es jedenfalls so. Gleichzeitig weiß ich, dass wir wohl noch einen langen Atem haben müssen. Und das ist auch ein Grund zur Dankbarkeit. In anderen Regionen unseres Landes und der Erde sind die mit der Pandemie verbundenen Belastungen eher „Leid und Elend“ zu nennen. Dort würde man sich unsere Situation wünschen. Also üben wir uns weiter in Geduld.

Natürlich ist die mit den Einschränkungen verbundene Einsamkeit einiger Gemeindeglieder eine besondere Belastung. Wir denken an Sie und hören gerne telefonisch von Ihnen.
Unser Kirchenvorstand hat entschieden, dass wir ab Pfingsten wieder Gottesdienste in unserer Kirche feiern wollen. Schon am Himmelfahrtstag sind wir nach Münkeboe zum Freiluftgottesdienst eingeladen.

Die äußeren Rahmenbedingungen für unsere Gottesdienste haben sich allerdings verändert:

  1. Die Teilnahmezahl ist in Engerhafe begrenzt auf 34 Einzelpersonen pro Gottesdienst. Menschen, die unter einem Dach leben, dürfen nebeneinander sitzen, das erhöht die Zahl. Jede 2. Bankreihe ist gesperrt, die anderen Bänke sind am Rand zu besetzen. Der Orgelboden ist für Besucher gesperrt.
  2. Am Eingang bitten wir darum, sich in eine Liste mit Vor- und Nachnamen einzutragen (damit für den Fall einer Infizierung eine Nachverfolgung möglich ist).
  3. Taufen können nur in gesonderten Gottesdiensten stattfinden. Auf Abendmahlsfeiern wird bis auf weiteres verzichtet.
  4. Die Hygienevorschriften müssen eingehalten werden. Dazu gehören: Händedesinfizierung und das Tragen von Mund/Nasenschutz beim Betreten und Verlassen der Kirche. Wenn der Platz eingenommen worden ist, kann der Mund/Nasenschutz abgenommen werden. Die Abstandsregeln (1,5 m) müssen eingehalten werden.
  5. Lieder dürfen nicht gesungen werden. Gesangbücher werden nicht verteilt.
  6. Nach Ende des Gottesdienstes soll die Kirche langsam (hinten beginnend) verlassen werden.
  7. Der Heilige Geist hat freien Zugang zu allen Besuchern

Bitte bringen Sie sich, wenn Sie möchten, ein Sitzkissen mit. Unsere Bankauflagen dürfen wegen der Infektionsgefahr nicht benutzt werden.
Weiter hat der Kirchenvorstand beschlossen, alle Konfirmationsjubiläen in das nächste Jahr zu verschieben. Dann werden wir jeweils zwei Jahrgänge einladen und feiern die Jubilare „doppelt“!
Die Anmeldungen zum Konfirmandenunterricht erfolgen in diesem Jahr schriftlich. Im nächsten Gemeindebrief gibt es dafür ein Formular.
In naher Zukunft werden die Gottesdienste digital aufgenommen und per USB-Stick an die dann „ehemaligen Kassettenhörer verteilt werden; das hat der Kirchenvorstand bereits in die Wege geleitet. Die Qualität der Aufnahmen wird sich dadurch sehr erhöhen. Ein Abspielgerät kann von der Kirchengemeinde kostenlos ausgeliehen werden.
Also, es gibt auch Neuigkeiten in der Gemeinde und auch einiges über das zu berichten es sich lohnt. Ich freue mich auf Begegnungen!

Ihr/Euer Claus Dreier

Liebe Gäste unserer Homepage,

lange nicht alle – Gott sei Dank – aber viele sind in diesen Tagen verzweifelt. Weil sie nicht wissen, wie es weitergehen kann. Mit ihrer Firma, ihrer Arbeitsstelle, den Finanzen, der Gesundheit, ihrer Einsamkeit…
Diese Unsicherheit betrifft uns alle, persönlich aber auch, wenn es um unsere Kirchengemeinden geht.
Wir wissen nicht, wann wir wieder Gottesdienste feiern können, wissen nicht, wann wir wieder eine Einladung zum Gemeindefrühstück erhalten oder uns endlich wieder im Posaunenchor treffen werden.
Niemand ist für diese Situation, für diese Notlage verantwortlich. Niemand hat das gewollt, provoziert oder unwissentlich und fahrlässig herbeigeführt. Und diese Krise hat auch keinen ursprünglichen Sinn; es ist keine „Prüfung Gottes“ und auch keine „Strafe Gottes“. Es ist, was es ist! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Gut, dass es viele Menschen gibt, die sich, oft bis zur Erschöpfung und mit hohem persönlichen Risiko, für die Behandlung, Betreuung und Versorgung der Kranken einsetzen. Dazu genannt werden müssen auch die Rettungsdienstmitarbeiter*innen, Polizeibeamten*innen und Feuerwehreinsatzkräfte. Ebenfalls alle, die sich im Stillen um andere kümmern, mit Wort, Tat oder zuhörenden Ohren.
Gott hat versprochen, dass er bei uns Menschen ist in allem, was wir erfahren, erleiden oder geschenkt bekommen. Wir sind nicht allein. Er hört unser Gebet, unser Lob und auch unsere Klage. Er hält es aus, wenn wir schreien und klagen und auch unsere Zweifel.
Wir laden Sie und Euch ein, die vielfältigen Angebote der Kirche in Radio, Fernsehen und Internet wahrzunehmen. Nicht jede Kirchengemeinde kann, muss und will da präsent sein. Es gibt ja schon sehr viele Angebote.
Was immer geht, ist ein Gespräch am Telefon. Die Nummern, mit denen Sie uns erreichen können, sind hier im Gemeindebrief abgedruckt.
In Gedanken und im Gebet bleiben wir mit Ihnen und Euch verbunden. Wir wünschen Gesundheit und Geduld und freuen uns (zugegeben selbst schon etwas ungeduldig) auf ein Wiedersehen. Dann werden wir uns endlich wieder umarmen und spüren, dass diese Zeit vielleicht vieles verändert hat, aber nicht die Zuneigung und Liebe zum Nächsten.

Herzliche Grüße,
Anita Schürmann und Claus Dreier

Nicht alles ist abgesagt
Lächeln geht, Lesen, Spaziergänge, Gartenarbeit, Musik hören oder machen,
Telefonieren, Kuscheln, Spielen, Weinen, Filme schauen, Fotos ansehen, Kochen, Essen, Trinken, Schlafen, Träumen, Tanzen, Wachen, Lachen, Glauben, Hoffen und Lieben – all das geht!

Gebet
Gott, gib uns Augen,
die den Nachbarn sehn,
Ohren, die ihn hören
und ihn auch verstehn!
Hände, die es lernen,
wie man hilft und heilt,
Füße, die nicht zögern,
wenn die Hilfe eilt.
Herzen, die sich freuen,
wenn ein anderer lacht,
einen Mund zu reden,
was ihn glücklich macht.
Dank für alle Gaben.
Hilf uns wachsam sein!
Zeig uns, Gott, wir haben
nichts für uns allein.

Gebet aus Neuseeland

Handlungsempfehlungen der Landeskirche Hannovers

Die Landeskirche Hannovers empfiehlt ab sofort die Absage aller Gottesdienste bis einschließlich 19. April 2020. Die Kirche trägt Verantwortung für Menschen die ihr anvertraut sind und möchte mit dieser Maßnahme die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen.

Die Kirchenvorstände von Engerhafe, Forlitz-Blaukirchen und Wiegboldsbur und das Pfarramt schließen sich dieser Empfehlung der Landeskirche an.

Die Landeskirche empfiehlt im Falle von Beerdigungen:

  • Die Trauerfeier in der Kapelle oder der Kirche findet im engen Familienkreis statt. Dadurch kann der gebotene Abstand zwischen den Menschen ermöglicht werden.
  • Die Trauerfeier findet ausschließlich auf dem Friedhof statt. Dabei sind der Ablauf und die Liturgie entsprechend zu kürzen und anzupassen.
  • Trauergespräche mit den Hinterbliebenen sind in kleinem Kreis möglich, sofern dabei die Hygienestandards eingehalten werden. Bei Familien, die unter Quarantäne stehen, ist kein Trauerbesuch möglich, sondern das Gespräch ist telefonisch zu führen.

Zur Konfirmation am 03. Mai gibt es noch Abstimmungsgespräche, der Vorstellungsgottesdienst fällt definitiv aus.

 

Up Reis van Hus to Hus

Ja, nu sünd se bi uns, Maria, Josef und de Esel. In en Koffer up Reis van Hus to Hus. Blot en paar Lü weten war de Koffer is.

Dat is net as vör 2000 Jahren as dat Jesuskind ut Flees und Bloot geboren wur. De Wertsmann, wor se int Stall unerkommen sünd und en paar Heerders wussen Bescheed.

De dree Wiesen ut dat Mörgenland hem lang na hum söcht. In de Palast van de König wassen se, dor muss he doch to finden weden. Dat Jesus in en Stall geboren worden sull, kunnen se sük net denken. Un wenn se de Stern, de hör de Weg wiesen de, net hat harden, denn harn se hum sinooit funden.

Wo wer dat woll west, wenn se 30 Johr later nochmal kommen wern um nahum to kieken. Wor harn se hum ditmal söcht? Nochmal in de Palasten? Wer he nu endlich as König insett worden?

Ik löv 30 Jahr later, harn se hum gar neet mehr funnen. De Stern wer de net mehr. Und dat he unner de enfach Lü to finden wer, harn se sück seker net docht. Bit to sin dartigst Lebensjahr wer he as Timmermann unnerwegens, denn erst is he anfangen van Gott sien Riek to vertellen. Un darbi wer he dar to finnen, war de Üppersten neet weren. Bi Legers, Bedregers und ok bi de, de hör Mannlü bedrogen hebben. Un he söchde sük en ensamen Stä wenn he beden wull.

War sünd wi to finnen? Wi sünd ja sin Nahfolgers. Trekt uns dat erder na de Palasten und de Lü de en hogen Ansehn hebben? Geit uns dat netso as de dree Slauen ut dat Mörgenland, söken wie Jesus an de verkehrt Stee? War is en Stern de uns de Weg wiesen kann?

Worte zum Advent 2019

Ich erinnere mich an die Adventszeit, als ich noch ein kleines Kind war. Wir hatten damals auch immer einen Adventskalender. Hinter den Türen, die morgens geöffnet wurden, verbarg sich, auf Transparentpapier gemalt, ein Stern, ein Engelchen oder eine andere weihnachtliche Gestalt. Hinter jeder Tür war ein bezaubernder Glanz, eine fröhliche Überraschung, eine kleine Herrlichkeit. Und mit jedem Tag kam der große Tag, der 24. Dezember, einen Schritt näher, bis das Ziel, der Heiligabend erreicht war.
Unbekümmert war unsere Freude, ausgelassen das Warten. Und heute?

Unbekümmertheit und ausgelassene Freude sind oft nicht mehr zu spüren. Der bezaubernde Glanz ist zwar nicht ganz gewichen – so für Augenblicke tauche ich wieder hinein in diesen Glanz der Zeit – und genieße es, aber andere Erfahrungen verdrängen ihn immer wieder. Jeder und jede von uns weiß, was das heißt, „den Glanz verlieren“.

Wir kennen glanzlose Tage, die sich dahinschleppen. Jeder von uns weiß, was das ist, ohne Herrlichkeit zu leben – ohne jubelnden Mut und mitreißenden Hoffnungen. Jeder lernt das einmal in seinem Leben: dass nicht hinter jeder Tür eine fröhliche Überraschung wartet, ja, dass manche Wand gar keine Türen hat und vorhandene Türen sich schließen und verschlossen bleiben und dass da schließlich eine Tür ist, grau und dunkel, auf die wir zugehen, und wir sehen nicht, was dahinter ist.

Mit der Unbekümmertheit haben wir vielleicht auch den Zauber der Zeit verloren, der uns fest verschlungen in den Armen der Freude hielt. Das ist zwar schade, aber ich glaube auch, dass das nicht unwiederbringlich ist; doch braucht es unsere Zeit, das Zauberhafte wieder zu entdecken. Blind zu vertrauen ist nach uns auch nach und nach verloren gegangen.

Einst kannten wir den Weg und das Ziel. Kein Kind würde je das Kind in der Krippe verfehlen. Schlafwandlerisch findet das Kind in den Stall.

Aber wir irren oft genug wie blind umher; blind vor Geschäftigkeit, blind, weil wir nur uns selbst sehen, erblindet beim Versuch, die Liebe eines anderen Menschen zu gewinnen, blind vor Trauer und Angst. Und so übersehen wir den Stern, der den Weg weist.
Und finden wir den Stall nicht, ist unsere Enttäuschung besonders groß – wohl deshalb, weil etwas aus unserer Kindheit geblieben ist: nämlich eine Ahnung von Heil, von Ganzheit und Frieden, die ihren Ausgang und ihr Ziel im Stall der auf die Welt gekommenen Gottesliebe haben.

In den Gottesdiensten zum Weihnachtsfest – unterwegs zum Stall – sind Sie alle herzlich willkommen.

Claus Dreier