Volkstrauertag 2020

Am 15.11.2020 feierte die Gemeinde in der Engerhafer Kirche einen Gottesdienst zum Volkstrauertag. Igor Kuzmin – Akkordeonist – aus Leer spielte Lieder die zum Frieden aufrufen.
Pastor Dreier hielt die Predigt und Hilke Osterwald, die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätte KZ-Engerhafe, eine Rede zum Gedenken. Vor dem Gottesdienst waren von der Kirchengemeinde, der politischen Gemeinde und vom Verein Gedenkstätte schon die Kränze an den Mahnmalen abgelegt worden.

Martinisingen 2020

Am Montag den 9.11.2020 haben die Kinder der Kindergottesdienstgruppe sich an den Geburtstag von Martin Luther erinnert. Dazu haben sie sich in der Kirche getroffen und dann draußen gemeinsam gesungen.

Anschließend machten sie einen kleinen Laternenumzug, den sie in gemütlicher Runde haben ausklingen lassen.

Patengedächtnisglocke

Bei den Vorbereitungen zur diesjährigen Gedenkfeier an die Opfer des KZ-Außenlager Engerhafe, die in diesem Jahr nur sehr eingeschränkt erfolgen kann, kam die Frage auf, welche Glocke zum Abschluss geläutet werden soll. Gerd Lücken sagte daraufhin: „Das kann nur die kleine Glocke sein, denn diese wird 1954 als Patengedächtnisglocke bezeichnet, die am Schluss der damaligen Gedenkfeiern geläutet wurde.“
Den Hintergrund erfahren wir aus einem Briefwechsel. Am 16.2.1954 schreibt der Vorsitzende vom Kirchenvorstand und Inhaber des Pfarramts Pastor Kuhnert dem Landeskirchenamt: „Alljährlich werden vom Bezirksrat politischer Häftlinge und Verfolgter im Regierungsbezirk Aurich e.V. Feiern veranstaltet, an denen die Beteiligung des Ortspastoren und der Kirchengemeinde erfolgte. Der Verlauf einer solchen Feier war etwa der: 10 Uhr Gottesdienst der Kirchengemeinde, an dem sich auch die ehemaligen Verfolgten und politischen Häftlinge beteiligten. Anschließend Ansprachen der Vorsitzenden jenes Verbandes und des Pastoren. Eingerahmt wurde diese Feier von Gemeindegesang aus dem Liedgut der Kirche. Zum Schluss ertönte die Patengedächtnisglocke.“
Wie kam es jetzt zu dieser Bezeichnung als Patengedächtnisglocke? Was verbirgt sich dahinter?
Die Kirchengemeinde musste, wie alle anderen auch, in den beiden Weltkriegen ihre größte Glocke abgeben. Sie wurden eingeschmolzen und für den Bau von Kriegswaffen verwendet. Im 1. Weltkrieg war es eine im Jahr 1882 von der Fa. Bartels in Hildesheim hergestellte Glocke die 5.000 Pfund gewogen hat und die größte im Landkreis Aurich gewesen sein soll. Sie wurde ausgebaut und verließ am 31.07.1917 Engerhafe. Die Kirchengemeinde beschloss 1932 die Anschaffung einer ähnlich großen Glocke. Diese Glocke musste wiederum im Januar 1942 abgeliefert werden und wurde im Februar 1945 eingeschmolzen.
Nach dem 2. Weltkrieg teilte der Ausschuss für die Rückführung der Glocken, der Kirchengemeinde Engerhafe eine Glocke aus dem Glocken-Sammellager Hamburg-Billwerder, im Gewicht von 880 kg Gewicht zu. Sie hat nur ein Drittel des Gewichts der abgegebenen Glocke und ist somit noch kleiner als die der Kirchengemeinde verbliebene kleine Glocke.
Diese Glocke aus Kreuzberg hatte eine Vorgängerin die bei einem Brand der Kirche am 6.09.1795 zerstört wurde. Die neue Glocke wurde im Jahre 1796 von einem Breslauer Meister gegossen und läutete bis 1944 für die Kirche zu Kreuzberg in Schlesien. Sie musste 1944 dann für Kriegszwecke abgeliefert werden. Sie „überlebte“ in Hamburg den 2. Weltkrieg. Am 17. Februar 1952 wurde sie mit einem feierlichen Gottesdienst in Engerhafe in Benutzung genommen.
Pastor Kuhnert schreibt dazu:
„Und die Glocken fehlten, die nahm uns der Krieg. Die Klöppelanlage der einen uns noch verbliebenen Glocke wurde neu überholt und es war für die Kirchengemeinde eine Riesenfreude, als sie erfuhr, das ihr eine Patenglocke aus Schlesien zur Verfügung gestellt wurde, die dem Andenken der Kriegsopfer und KZ-Insassen gewidmet wurde. 1952 wurde diese Glocke feierlich eingeholt und in Betrieb genommen. Sie klingt mit der alten in einer schönen Harmonie. Gott gebe es, dass sie mit den Ostflüchtlingen einmal in ihre Heimat zurückkehren kann, nachdem sie hier ihren löblichen Dienst getan hat.“
Es gibt einige Inschriften auf der Glocke.

Ganz oben: JOHANN GEORGE KRIEGER GOSS MICH IN BRESLAU IM JAR 1796
Darunter: ZERSCHMOLZEN IM BRANDE DEN 6 TEN SEPTEMBER 1795
Darunter auf der Südseite:
GEORGE SAMUEL GUERNTH.
PASTOR UND SENIOR.
ERNST GOTTLIEB NEUGEBAUER.
DIACONUS.
JOHANN MARTIN ROEMKE.
I STER VORST: UND RENDANT.
CHRISTIAN THOMAS WIECZORECK.
II TER VORST:

auf der Nordseite:
MAGISTRAT.
C:S: BERNHARDT. DIRECTOR.
S:G: BOBER. SYNDICUS.
I:S: JANUSCH. SENAT: & OEK:
I:G: KUNISCH. SENAT: & KÆM:
I:G: BUETTNER. SENAT: & POL: I:
C:S: RODEWALD. SENAT: SUP: I.
C:G: STIER. SENAT: SUP: II.

In einer umlaufenden Schrift stehen ganz oben die Daten des Glockengießers, der Ort des Glockenguss und das Jahr. Darunter wird der Brand der Kirche am 6.09.1795, mit der Zerstörung der Vorgängerglocke erwähnt.
Auf einer Seite der Glocke wurden der Pastor, der Diakon und die zwei Kirchenvorsteher genannt, auf der anderen Seite der Glocke die Mitglieder das damaligen Magistrats.

Zwei Dinge sind bemerkenswert:
Erstens: Die Glocke welche die Kirchengemeinde aus dem Glockensammellager erhielt, war eine von mehreren Tausend, die beim Kriegsende noch nicht eingeschmolzen worden war. Sie stammte aus Kreuzberg im damaligen Schlesien und konnte bei Kriegsende nicht mehr zurückgegeben werden. Sie wurde wie viele andere an Kirchengemeinden in der damaligen Bundesrepublik abgegeben deren Glocken eingeschmolzen worden waren. Sie wurden als Leih- oder Patenglocken bezeichnet. Das bedeutet das die Kirchengemeinde Engerhafe nicht die Eigentümerin dieser Glocke ist, sondern sie nur leihweise nutzen darf und ihren Erhalt sicherstellen muss. Sie ist somit gewissermaßen die Patin der Glocke geworden.
Zweitens: Diese Glocke wurde in Engerhafe 1952 den Kriegsopfern und KZ-Insassen gewidmet. 7 Jahre nach Kriegsende standen die Menschen noch stark unter den Eindrücken von Krieg und Terror. Es muss ihnen wichtig gewesen sein gemeinsame Gedenkfeiern mit Überlebenden aus Konzentrationslagern zu veranstalten und „ihre neue“ Glocke den Kriegsopfern und KZ-Insassen zu widmen. Und so entstand ihre Bezeichnung als Patengedächtnisglocke die bei den Gedenkfeiern geläutet wurde.

Die gemeinsamen Gedenkveranstaltungen mit Kirchengemeinde und Überlebenden von KZ´s haben dann später aufgehört. Als Gründe können angenommen werden das Pastor Kuhnert von übergeordneten, kirchlichen Stellen nahegelegt wurde: „die Beteiligung der örtlichen Kirchengemeinde mit ihren Organen zukünftig auszuschalten, […]“. Außerdem wurde die Gedenkveranstaltung in Engerhafe von der Bezirksnachrichtenstelle Aurich (später Staatschutz) überwacht. Unter den Überlebenden aus den Konzentrationslagern befanden sich viele Angehörige der später verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands deren Aktivitäten überwacht wurden.

Gedenken an das KZ Engerhafe im Jahre 2020

Im Oktober gedenken wir jedes Jahr der Männer, die 1944 im KZ Engerhafe gelebt und gelitten haben und dort gestorben sind. In diesem Jahr prägt die Corona Pandemie auch unsere Gedenkveranstaltung. Wir bedauern, Sie nicht nach Engerhafe einladen zu können. Auch das Treffen mit den Angehörigen ist leider nicht möglich. Dennoch werden wir am 21. Oktober im kleinen Kreis der Opfer gedenken und ihre Namen verlesen – wie jedes Jahr.
Das Gedenken beginnt am 21. Oktober um 16.00 Uhr am Glockenturm in Engerhafe. Hilke Osterwald, 1. Vorsitzende des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe und der Auricher Landrat Olaf Meinen, Schirmherr der Veranstaltung, werden sprechen. Danach werden auf dem KZ-Friedhof die Namen der Opfer verlesen. Jochen Fischer wird das Gedenken musikalisch begleiten.
Am darauf folgenden Sonntag wird – diesmal auch in kleinem Kreis – der Gang der Gefangenen vom Auricher Bahnhof zum Panzergraben nachvollzogen, am Mahnmal abschließend Musik von Werner Britz.
Um 76 Jahre versetzt wird für die Zeit vom 21. Oktober bis zum 22. Dezember 2020 eine Installation von Herbert Müller am Glockenturm der Engerhafer Kirche als künstlerische Interpretation an den täglichen Elendszug der Gefangenen durch das Dorf erinnern.
In der Zeit bis zum 22. Dezember 1944 ist die Gedenkstätte im historischen Pfarrhaus jeden Samstag von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und unter Beachtung der Coronavorschriften zu besichtigen.
Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe
Ev.-luth. Kirchengemeinde Engerhafe

Andacht zum Herbst 2020

Hüter*in sein

Adam und Eva. Wir kennen die Geschichte. Ihr erstes Kind ist Kain, der Gründer der ersten Menschenstadt und Stammvater der Zivilisation – Ahnherr der Heiligen und der Waffenproduzenten gleichermaßen. Unsere Kultur ist das Erbe Kains; wir leben „jenseits von Eden“.

Die Geschichte von Kain und Abel, die Geschichte vom Brudermord – das ist der Blick in den Spiegel unserer Lebensängste und unseres Unfriedens. Was kann uns helfen in einer Zeit, in der wir spüren, dass unsere Welt dringend eine neue Orientierung braucht?

Die von Kain an Gott beinahe spöttisch gestellte Frage, als Gott ihn auf seinen Mord anspricht: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ ist ungewollt der stärkste Gedanke der ganzen Geschichte! Denn unwillkürlich drängt sich beim Hören der Gedanke auf, diese von Kain formulierte unmögliche Möglichkeit könne genau das sein, was eigentlich der Bestimmung des Menschen angemessen wäre.

„Meines Bruders Hüter sein“ – das geht, wenn ich zuerst mein Leben, so wie es ist, annehmen kann. Wenn ich zu mir stehe. Wenn ich mich akzeptiere mit all meinen Fehlern, mit all dem, was ich nicht kann und nicht bin. Wenn ich zufrieden bin mit mir, erlebe ich Frieden.

Bekommt Kain, bekommen wir noch die Chance auf einen zweiten Versuch?
Ja. Ich darf meines Bruders und meiner Schwester Hüter sein! Wo immer „meine Brüder und Schwestern“ auch herkommen, wer sie auch sind, welcher Religion sie angehören oder welche Hautfarbe sie schmückt, sie sind uns von Gott an die Seite gestellt damit wir uns gegenseitig behüten, helfen, segnen, ja, schließlich „lieben“!

Harst

Word Harst un Bladen fallen,
Störm weiht dör Lief un Seel.
Hebb di, mien Leevde, funnen –
na Appels ruckt de Deel.

De Dagen worden körter,
van Nachts hebb ´k van di dröömt.
gung mit di over´d Water,
nix hebben wi versümt.

In dien Arms hebb´k mi burgen
un du stöhnst di an mi.
De Wind ritt an uns Leevde
kummt neet an uns vörbi.

Wenn Boomen sük verbargen
in Dook un düster Weer,
stah ik mit di an´t Över
un ruuk dat wiede Meer.

Dien Ogen glimmen, strahlen,
ik holl di fast un weet,
du giffst mi futt de Appel
un gar nix deiht mi leed.
Claus Dreier

Konfirmandenunterricht geht weiter

Ein neuer KU-Jahrgang beginnt!
Am 12. September trafen sich erstmals die neuen Konfirmanden und Konfirmandinnen in Engerhafe. Es ist der zweite Jahrgang, der sich aus den drei Kirchengemeinden Engerhafe, Forlitz-Blaukirchen und Wiegboldsbur zusammensetzt. Bis zur Konfirmation im Mai 2022 werden sie eine Menge lernen und kennen lernen. Wir wünschen diesen jungen Menschen eine tolle, unvergessliche Konfirmandenzeit und freuen uns jetzt schon auf die Zeit mit ihnen!
Anita, Claus, Neelke, Xena, Marie, Ivonne, Aylin, Annalena, Ronja und vielleicht noch andere aus dem Jahrgang, der konfirmiert wird.

Konfirmandenunterricht
Vorkonfirmanden
Samstag, 14.11.2020, 09:00 – 13.00 Uhr in Wiegboldsbur

Hauptkonfirmanden
Samstag, 05.09.2020, 09:00-13:00 Uhr in Engerhafe
Sonntag, 01.11.2020, 09:00-12:00 Uhr in Engerhafe

Termine

Krabbelgruppe startet wieder!

Donnerstag, 1. Oktober, 10 bis 11:30 Uhr, erster Termin im Gemeindehaus Engerhafe
Herzliche Einladung!
Bitte bringt euch eine eigene Tasse mitbringen!

Frauen im Gespräch

Wir treffen uns jeden ersten Dienstag im Monat im Oktober und November.
Im Dezember hoffen wir, dass wir wieder nach Nazareth fahren können, um dort bei Tee und Kuchen unseren Jahresabschluss zu feiern.
Wir freuen uns über neue Gesichter !

Adventskoffer 2020

Maria und Josef können dieses Jahr aus Corona-Gründen leider nicht auf die Reise gehen. Daher wird der Koffer vorne im Gemeindehaus im Eingangsbereich stehen. Dort habt ihr die Gelegenheit, Maria und Josef anzuschauen. Schreibt eure Gedanken, Gebete und Kreatives dazu auf ein Papier und werft es in den Postkasten am Pfarrhaus.
Wir freuen uns über eine rege Beteiligung, damit wir
wieder ein Buch gestalten können.

Kigo-Termine

Samstag, 10. Oktober, 09:30 Uhr: Ausflug

Da wir dieses Jahr keine Kinderherbsttage feiern, möchten wir trotzdem einen Ausflug am Samstagvormittag mit Euch machen.
Treffpunkt: 9:30 Uhr beim Gemeindehaus
Wichtig !!! Ihr müsst Euch unbedingt beim Kinderteam anmelden, da es Corona Vorschriften gibt und wir planen müssen! Infos: 04942 1431

Sonntag, 25. Oktober, 10 Uhr: Kindergottesdienst
Anmeldung für das Krippenspiel und den Engelschor!

Mittwoch, 9. November, 16 Uhr: Martini Singen

Sonntag, 29. November, 10 Uhr: Kindergottesdienst
Sonntag, 27. Dezember kein KiGo!

Der „Lebendige Adventskalender“ 2020

Zum zehnten Mal führen wir in unserer Kirchengemeinde Engerhafe den „Lebendigen Adventskalender“ durch.
In diesem Jahr ist alles anders.
Wir möchten nicht auf diese stille Zeit verzichten und werden die Abende reduzieren. Auch haben wir uns dazu entschieden, uns dieses Jahr nur in unserer großen Kirche zu treffen.
Wer mithelfen möchte, diese Abende zu gestalten oder sich gar vorstellen kann, ganz alleine oder mit anderen einen Abend in der Kirche auszurichten, meldet sich bitte zur besseren Planung bei Ingrid Focken unter 04942-1431.
Zur Terminauswahl: Grundsätzlich sind alle Wochentage bis Weihnachten als Termin für die Abende denkbar.
Wie im letzten Jahr gibt es eine kurze Andacht, Geschichte oder einen Input. Der Abend klingt dann bei einem heißen Punsch und Gebäck aus. Wir bitten, dafür einen Becher mitzubringen.
Wir freuen uns, wenn weitere Ideen und Inhalte in die schönen Abende einfließen werden!

„BESONDERE ZEITEN“

Liebe Leserinnen und Leser,
wir erleben schon seit einigen Wochen „BESONDERE ZEITEN“ : Alles ist anders als sonst. Vieles steht still und wurde abgesagt. Viele sind zu Hause, etliche sind auf Kurzarbeit. Die Gottesdienste sind ausgefallen, auch die Konfirmationen mussten wir auf den Herbst verschieben – das kirchliche Gemeindeleben hat sich verändert.

Es sind schwere Zeiten gerade. Und für manche sind sie besonders schwer: zum Beispiel für die, die alleine wohnen oder die, die aufgrund von Kurzarbeit weniger verdienen oder die, deren Einnahmen komplett weggebrochen sind. Ich vermisse unsere Gottesdienste in den drei Gemeinden. Ich vermisse Sie und Euch.

Manchmal denke ich: Jetzt sind wir ganz auf uns selbst zurückgeworfen. Keine Berührungen mehr, „nur“ ein Lächeln auf Abstand. Und wenn wir dabei eine Maske aufhaben, ist das Lächeln nur schwer zu erkennen… keine oder nur wenige Besuche, nur die Erinnerung an schöne Besuche, keine Veranstaltungen mehr in unseren Gemeindehäusern und Kirchen. Da wird es einem schon manchmal langweilig und man fühlt sich einsam. Und jede und jeder von uns fragt sich: Wie lange soll das noch so weitergehen?

Ganz allmählich verändert sich unser Leben zwar wieder, die Schulen haben wieder den Unterricht aufgenommen und immer mehr Schüler und Schülerinnen dürfen von Woche zu Woche wieder zur Schule gehen. Die Läden sind wieder geöffnet und auch die Restaurants dürfen wieder ihren Betrieb aufnehmen – alles natürlich immer unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen. Das gilt auch für die ersten Gottesdienste, die nun bald wieder stattfinden dürfen.

Vorsicht und Umsicht, Vernunft und Besonnenheit sind in diesen Tagen besonders wichtig. Und vor allem Gottvertrauen. „Gott ist treu“ – heißt es im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 9. Nur leider – denke ich manchmal – scheint er manchmal so weit weg.

Wir können ihm nicht in die Augen schauen, wir können ihn nicht berühren, wir können ihn nicht umarmen. Aber so ist es. Dennoch gilt: Gott ist treu und Gott ist da. Jetzt, wo wir ziemlich isoliert sind, können wir es neu lernen, uns ganz auf ihn und seine Gegenwart zu verlassen. Wir können es vielleicht auch lernen, seine Gegenwart, seine Treue, seine Liebe n e u zu erfahren und zu genießen. Bisher wurden wir vielleicht manchmal von ihm abgelenkt durch Hektik, durch Geschäftigkeit, durch andere Menschen, durch Schmerzen, durch schwermütige Gedanken. Jetzt ist in besonderer Weise Gott gefragt. In ihm können wir uns geborgen wissen. In ihm können wir uns angenommen wissen. In ihm können wir uns geliebt wissen.

Gott schütze Sie und Euch alle in diesen besonderen Tagen. Und dann hoffe ich, dass wir uns bald wiedersehen können – wenn auch zuerst mit Abstand…
Ihre/Eure Pastorin
Anita Schürmann