Nachruf

Peter Freimuth ist gestorben. Und dabei dachten wir, es gäbe noch mehr gemeinsame Zeit. Weil es undenkbar war, ohne ihn hier Kirche zu sein. Aber nun ist er nicht mehr unter uns. Wir können ihn nicht mehr fragen, und er kann uns nicht mehr aufmerksam machen auf das, was ihm auffällt. Keine schnelle Lösung für ein dringendes Problem von ihm mehr zu erwarten. Weiterlesen

Een ganz persönelken Naroop

Is Heiligabend um 6 Uhr in’t Kark. Ik sit up Örgelböön in letzte Riege van‘t Posaunenchor. Dat spölen fallt mi stur, ik mut mi tosammenrieten um noch‘n anständigen Luut van mi to gäben. Immer weer kiek ik um mi to und ik seh mi daar vandaage ganz alleen in de letzte Rieg. De Mann de daar immer rechts van mi sit, is de neet mehr. Weiterlesen

Still is de Nacht

Still is de Nacht, hillige Nacht –
Gott en Mensch, all sein Pracht
söcht kien Tempel, kien Thron un kien Macht.
Find en Stee, de kien en verwacht –
:leggt sük deep in dat Stroh: –

Still is de Nacht, hillige Nacht –
Hoopen warst, lies un sacht.
Kruppt in Elend, dat lüstert un wacht,
up een Drööm, de helpt dör de Nacht.
:Winterdaagens Roos: –

Still is de Nacht, hillige Nacht –
Leevdes Kind, sünner Kracht,
seilt up en Steern un draggt gor kien Fracht.
Kummt van d‘ Himmel in Dod un in Schmacht.
:Oh, wat ’n wunnerlik Nacht: –

Mel.: Stille Nacht (EG 46)
Text: Claus Dreier

Gemeindeadventsfeier 2018

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder alle zusammen den Advent feiern, wir wollen gemeinsam singen, auf Gottes Wort hören, Tee trinken und gemütlich beisammen sein. Traditionell findet die Gemeindeadventsfeier am Samstag vor dem 2. Advent statt, dieses Jahr am 08. Dezember um 14.30 Uhr im Gulfhof.
Die KiGo-Kinder werden auch mit dabei sein, ebenso der Posaunenchor. Herzliche Einladung an alle Freunde der Kirchengemeinde.

Adventsfeier 2017

Bild: Gemeindeadventsfeier 2017

Gedenkveranstaltung des Vereins Gedenkstätte KZ-Engerhafe und der Kirchengemeinde Engerhafe

„Es waren 2000…“, das war das Thema der Gedenkveranstaltung zum Gedenken an den 74. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Engerhafe, Kommando Aurich-Neuengamme, am 21.10.1944, das in diesem Jahr am Samstag, den 20. Oktober 2018, um 15.30 Uhr im Gulfhof Ihnen, in der Kirche Engerhafe und auf dem Gräberfeld stattfand.

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Bild: Hans-Ulrich Meyer 

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ Gedenkstätte Neuengamme. Nach der Begrüßung durch Ulrich Kohlhoff, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe e.V. und dem Grußwort des Schirmherrn Dr. Detlef Garbe erfolgte ein Bericht von Alwin de Buhr über die Suche nach Häftlingen, die in Engerhafe überlebt haben.
Von zwei überlebenden Häftlingen wurden die Biographien vorgestellt. Dr. Albert Oosthoek, Niederländisches Rotes Kreuz, berichtete über Henrikus Petrus Joannes Verschuur van Ketwich, und Dr. Danuta Drywa, Museum Stutthof, berichtete über Zbigniew Foltynski.

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Bild: Hans-Ulrich Meyer

Im zweiten Gedenkteil in der Kirche, nach der Begrüßung durch Pastor i.V. Claus Dreier, erfolgte die Verlesung der Opfernamen durch Jugendliche aus Engerhafe und Marienhafe. Für die Toten jedes Herkunftsland wurde eine Kerze entzündet, die dann gemeinsam zum Opfergrab getragen wurden.

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Bild: Hans-Ulrich Meyer

In der Kirche gab es einen musikalischen Beitrag durch Jan Holthuis und Freunde mit neu vertonten Geuzenlieder aus dem niederländischen Widerstand, die eindrucksvoll die Situation der damaligen Häftlinge einfing.

Goldene Konfirmation 2018

Am Sonntag den 23.09.2018 wurde in der Engerhafer Kirche die Goldene Konfirmation von zwei Jahrgängen gefeiert. Aufgrund des Wechsels des Schulbeginns im Jahr 1966 vom April auf den September, wurden in dem Jahr zwei neue Konfirmandengruppen gebildet, die dann 1968 konfirmiert wurden. Die erste Gruppe am Gründonnerstag, den 11. April 1968 und die zweite Gruppe am dem Sonntag Rogate am 19. Mai 1968.

Pastor Hajo Müller der 1968 die beiden Jahrgänge konfirmierte, war wie im Vorjahr vom Gottesdienst bis zum nachmittäglichen Tee trinken anwesend und tauschte mit den ehemaligen Konfirmanden Erinnerungen an die damalige Zeit aus.

Goldene Konfi 2018-1

Die Gruppe der am 11. April konfirmierten.

Goldene Konfi 2018-2

Die zweite Gruppe wurde am 19. Mai 1968 konfirmiert.

Worte für Oktober – November

Liebe Leserinnen und Leser,
die Sängerin Hildegard Knef hat einmal gesungen: „Für mich soll’s rote Rosen regnen”.

Für mich soll’s rote Rosen regnen
Mir sollten sämtliche Wunder begegnen
Die Welt sollte sich umgestalten
Und ihre Sorgen für sich behalten
Das Glück sollte sich sanft verhalten
Es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten

Viele von denen, die am Totensonntag den Gottesdienst besuchen, haben etwas ganz anderes erlebt. Die Sorgen hat die Welt nicht für sich behalten. Das Glück – es zerbrach – das Schicksal war nicht nur von Liebe geprägt.

Für mich soll’s rote Rosen regnen – aber: „Das Gras verdorrt, die Blume, die Rose, verwelkt,” so sagt es der Prophet Jesaja. (Jes. 40,8a)

Am Totensonntag denken wir an solche Erfahrungen; daran, dass Menschen, die uns begleitet haben auf unserem Weg, von uns gegangen sind. Voll Trauer und Wehmut schauen wir zurück, vielleicht aber auch schon ein wenig dankbar. Dabei erspüren und fühlen wir die vergehende Zeit und dass auch wir selbst vergänglich und sterblich sind.

“…und ihre Sorgen für sich behalten”- Ja, schön wär’s, aber wir wissen, dass das nicht geht. Der Tod ist Realität. Und der Totensonntag nimmt diese Wahrheit auf.

Zugleich heißt dieser Sonntag aber auch Ewigkeitssonntag: wir denken daran, dass diese Zeit voller Vergänglichkeit umgeben und umfasst ist von etwas, das größer ist, als unser Zeitempfinden und größer auch als unsere Vergänglichkeit: von Gottes Ewigkeit.
Es gibt etwas, das uns hält, auch wenn alles vergeht. Es gibt etwas, worauf unsere Hoffnung sich richtet, mitten in allem Verlust und mitten in aller Trauer.

Für mich soll’s rote Rosen regnen. Zum Schluss singt Hildegard Knef in ihrem Lied:
Für mich soll’s rote Rosen regnen. Mir sollten ganz neue Wunder begegnen.
Mich erinnert das an das Wort des Sehers aus der Offenbarung. Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen! Ja, das ist auch mein Wunsch – neue Wunder, das neue Wunder sehen, glauben, spüren: das neue Wunder, das den Tod überwindet.

So gibt es in diesen Novembertagen in uns beides: auf der einen Seite Trauer über unsere geliebten Verstorbenen und das Erschrecken über unsere Sterblichkeit – und dann aber auch: ein Spüren und Ahnen, dass wir umfangen sind von der Ewigkeit.

Nun sind mir schon einige Menschen begegnet, die sagen: „Also das mit der Auferstehung, das kann ich nicht glauben und das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.“
Ich kann das verstehen, wenn Menschen sagen: “Nach dem Tod ist das Nichts!“ Wir wissen nicht, wohin wir gehen.

Und doch können wir glauben, dass wir nicht aus der Hand Gottes fallen.
Unsere Zeit wird umfasst von der Ewigkeit. Und dort wartet auf uns eine*r, die/der uns liebt und beim Namen gerufen hat. Ein Richter, der uns in Christus gnädig ansieht. Eine Heimat, in der wir endlich Zuhause sein werden. Ein Ziel, an dem die geheime Wahrheit meines Lebens endlich offenbar werden darf. Eine Umarmung der Liebe, die alle Kränkungen und Schmerzen heilen wird. Denn dort wartet Christus, der spricht: “Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.” Wir werden bei Gott sein.

Sicher, unsere Welt spiegelt davon wenig. Zu viele Fenster zur Ewigkeit sind heute verschlossen. Deshalb: lasst uns Menschen sein, die nach oben offen sind, die Ewigkeit im Herzen haben und deshalb Freundlichkeit im Blick und Liebe im Handeln.
Stimmen wir ein in das Lied:
Für mich soll’s rote Rosen regnen
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen!

Mit einem herzlichen Gruß in jedes Haus,
Ihr/Euer Claus Dreier