Gemeindeadventsfeier 2018

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder alle zusammen den Advent feiern, wir wollen gemeinsam singen, auf Gottes Wort hören, Tee trinken und gemütlich beisammen sein. Traditionell findet die Gemeindeadventsfeier am Samstag vor dem 2. Advent statt, dieses Jahr am 08. Dezember um 14.30 Uhr im Gulfhof.
Die KiGo-Kinder werden auch mit dabei sein, ebenso der Posaunenchor. Herzliche Einladung an alle Freunde der Kirchengemeinde.

Adventsfeier 2017

Bild: Gemeindeadventsfeier 2017

Gedenkveranstaltung des Vereins Gedenkstätte KZ-Engerhafe und der Kirchengemeinde Engerhafe

„Es waren 2000…“, das war das Thema der Gedenkveranstaltung zum Gedenken an den 74. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Engerhafe, Kommando Aurich-Neuengamme, am 21.10.1944, das in diesem Jahr am Samstag, den 20. Oktober 2018, um 15.30 Uhr im Gulfhof Ihnen, in der Kirche Engerhafe und auf dem Gräberfeld stattfand.

IMG_9314

Bild: Hans-Ulrich Meyer 

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ Gedenkstätte Neuengamme. Nach der Begrüßung durch Ulrich Kohlhoff, dem 1. Vorsitzenden des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe e.V. und dem Grußwort des Schirmherrn Dr. Detlef Garbe erfolgte ein Bericht von Alwin de Buhr über die Suche nach Häftlingen, die in Engerhafe überlebt haben.
Von zwei überlebenden Häftlingen wurden die Biographien vorgestellt. Dr. Albert Oosthoek, Niederländisches Rotes Kreuz, berichtete über Henrikus Petrus Joannes Verschuur van Ketwich, und Dr. Danuta Drywa, Museum Stutthof, berichtete über Zbigniew Foltynski.

IMG_9320

Bild: Hans-Ulrich Meyer

Im zweiten Gedenkteil in der Kirche, nach der Begrüßung durch Pastor i.V. Claus Dreier, erfolgte die Verlesung der Opfernamen durch Jugendliche aus Engerhafe und Marienhafe. Für die Toten jedes Herkunftsland wurde eine Kerze entzündet, die dann gemeinsam zum Opfergrab getragen wurden.

IMG_9319

Bild: Hans-Ulrich Meyer

In der Kirche gab es einen musikalischen Beitrag durch Jan Holthuis und Freunde mit neu vertonten Geuzenlieder aus dem niederländischen Widerstand, die eindrucksvoll die Situation der damaligen Häftlinge einfing.

Goldene Konfirmation 2018

Am Sonntag den 23.09.2018 wurde in der Engerhafer Kirche die Goldene Konfirmation von zwei Jahrgängen gefeiert. Aufgrund des Wechsels des Schulbeginns im Jahr 1966 vom April auf den September, wurden in dem Jahr zwei neue Konfirmandengruppen gebildet, die dann 1968 konfirmiert wurden. Die erste Gruppe am Gründonnerstag, den 11. April 1968 und die zweite Gruppe am dem Sonntag Rogate am 19. Mai 1968.

Pastor Hajo Müller der 1968 die beiden Jahrgänge konfirmierte, war wie im Vorjahr vom Gottesdienst bis zum nachmittäglichen Tee trinken anwesend und tauschte mit den ehemaligen Konfirmanden Erinnerungen an die damalige Zeit aus.

Goldene Konfi 2018-1

Die Gruppe der am 11. April konfirmierten.

Goldene Konfi 2018-2

Die zweite Gruppe wurde am 19. Mai 1968 konfirmiert.

Worte für Oktober – November

Liebe Leserinnen und Leser,
die Sängerin Hildegard Knef hat einmal gesungen: „Für mich soll’s rote Rosen regnen”.

Für mich soll’s rote Rosen regnen
Mir sollten sämtliche Wunder begegnen
Die Welt sollte sich umgestalten
Und ihre Sorgen für sich behalten
Das Glück sollte sich sanft verhalten
Es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten

Viele von denen, die am Totensonntag den Gottesdienst besuchen, haben etwas ganz anderes erlebt. Die Sorgen hat die Welt nicht für sich behalten. Das Glück – es zerbrach – das Schicksal war nicht nur von Liebe geprägt.

Für mich soll’s rote Rosen regnen – aber: „Das Gras verdorrt, die Blume, die Rose, verwelkt,” so sagt es der Prophet Jesaja. (Jes. 40,8a)

Am Totensonntag denken wir an solche Erfahrungen; daran, dass Menschen, die uns begleitet haben auf unserem Weg, von uns gegangen sind. Voll Trauer und Wehmut schauen wir zurück, vielleicht aber auch schon ein wenig dankbar. Dabei erspüren und fühlen wir die vergehende Zeit und dass auch wir selbst vergänglich und sterblich sind.

“…und ihre Sorgen für sich behalten”- Ja, schön wär’s, aber wir wissen, dass das nicht geht. Der Tod ist Realität. Und der Totensonntag nimmt diese Wahrheit auf.

Zugleich heißt dieser Sonntag aber auch Ewigkeitssonntag: wir denken daran, dass diese Zeit voller Vergänglichkeit umgeben und umfasst ist von etwas, das größer ist, als unser Zeitempfinden und größer auch als unsere Vergänglichkeit: von Gottes Ewigkeit.
Es gibt etwas, das uns hält, auch wenn alles vergeht. Es gibt etwas, worauf unsere Hoffnung sich richtet, mitten in allem Verlust und mitten in aller Trauer.

Für mich soll’s rote Rosen regnen. Zum Schluss singt Hildegard Knef in ihrem Lied:
Für mich soll’s rote Rosen regnen. Mir sollten ganz neue Wunder begegnen.
Mich erinnert das an das Wort des Sehers aus der Offenbarung. Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen! Ja, das ist auch mein Wunsch – neue Wunder, das neue Wunder sehen, glauben, spüren: das neue Wunder, das den Tod überwindet.

So gibt es in diesen Novembertagen in uns beides: auf der einen Seite Trauer über unsere geliebten Verstorbenen und das Erschrecken über unsere Sterblichkeit – und dann aber auch: ein Spüren und Ahnen, dass wir umfangen sind von der Ewigkeit.

Nun sind mir schon einige Menschen begegnet, die sagen: „Also das mit der Auferstehung, das kann ich nicht glauben und das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.“
Ich kann das verstehen, wenn Menschen sagen: “Nach dem Tod ist das Nichts!“ Wir wissen nicht, wohin wir gehen.

Und doch können wir glauben, dass wir nicht aus der Hand Gottes fallen.
Unsere Zeit wird umfasst von der Ewigkeit. Und dort wartet auf uns eine*r, die/der uns liebt und beim Namen gerufen hat. Ein Richter, der uns in Christus gnädig ansieht. Eine Heimat, in der wir endlich Zuhause sein werden. Ein Ziel, an dem die geheime Wahrheit meines Lebens endlich offenbar werden darf. Eine Umarmung der Liebe, die alle Kränkungen und Schmerzen heilen wird. Denn dort wartet Christus, der spricht: “Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.” Wir werden bei Gott sein.

Sicher, unsere Welt spiegelt davon wenig. Zu viele Fenster zur Ewigkeit sind heute verschlossen. Deshalb: lasst uns Menschen sein, die nach oben offen sind, die Ewigkeit im Herzen haben und deshalb Freundlichkeit im Blick und Liebe im Handeln.
Stimmen wir ein in das Lied:
Für mich soll’s rote Rosen regnen
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen!

Mit einem herzlichen Gruß in jedes Haus,
Ihr/Euer Claus Dreier

Das Dorf, die Menschen und ein KZ

Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Engerhafe zum Volkstrauertag 2018 von Claus Dreier

Infoblock
Ab dem 21. Oktober 1944 wurde in Engerhafe ein Nebenlager des Konzentrationslagers Neuengamme eingerichtet. Nördlich der Pastorei wurde dafür Kirchenland, der Spielplatz der Engerhafer Volksschule sowie ein Streifen Privatland westlich des Dodentwenter Weges benutzt.
Mitte Oktober kamen die ersten 400–500 Insassen. „Gesichert war der Komplex durch vier Wachtürme an den Ecken sowie einem oben mit Stacheldraht versehenen Maschendrahtzaun, der nachts zudem beleuchtet war… Ursprünglich war Engerhafe als provisorisches Sommerlager für bis zu 400 Arbeitsdienstler angelegt worden. Nach der Umwandlung in ein KZ-Außenlager hausten hier jedoch 2000 bis 2200 Häftlinge in drei 50 Meter langen und acht bis zehn Meter breiten ungeheizten Baracken, in denen lediglich die Betten Platz hatten. In jeder Baracke gab es 40 Schlafplätze. Jeweils drei Schlafgelegenheiten standen übereinander, und in jedem Bett schliefen zwei oder drei Männer auf Strohsäcken. Dies leistete der Ausbreitung von Krankheiten und Ungeziefer Vorschub. Für jede Schlafstelle stand zudem eine Decke zur Verfügung. Zwischen den Bettreihen gab es einen schmalen Gang. Die hygienischen Umstände im Lager waren so katastrophal, dass sich die Ungeziefer und Krankheiten rapide verbreiteten…. Das Lager… war für die Errichtung von Panzergräben rund um die Stadt Aurich zuständig. Kurz vor der Fertigstellung der Rundumverteidigung Aurichs wurde am 22. Dezember 1944 das Lager aufgelöst. Innerhalb der zwei Monate, in denen es bestanden hatte, starben 188 Häftlinge. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Engerhafe)

Die Menschen in Engerhafe – im Herbst und Winter 1944
Ich stelle mir vor – obwohl es mir gleichzeitig unmöglich erscheint – wie das Leben in den letzten Monaten des Jahres 1944 in Engerhafe für die Menschen dort gewesen ist. Es ist ein anderer Blick als der gewöhnliche, wenn über das KZ in Engerhafe geschrieben wird. Natürlich ist man meist fokussiert auf die Situation der Opfer und vielleicht noch der Täter.
Aber das Grauen, das dort geschieht, hat einen Kontext, einen Ort, an dem Menschen bis dahin in einem ganz anderen sozialen Zusammenhang leben. Natürlich sind sie geprägt von den Jahren des Nationalsozialismus, angefangen in den dreißiger Jahren, als sich vieles in Deutschland veränderte. Einige verbanden damit Hoffnung, andere waren skeptisch, wieder andere hatten Angst. 1939 begann der Krieg. Ehemänner, Väter, Söhne, Brüder, Freunde wurden eingezogen, um zu kämpfen.
Immer häufiger erreichen den Ort Nachrichten über Todesfälle, schwere Verwundungen, Vermisste. Die Propaganda hält dagegen, spricht vom Endsieg – Unrecht, Angst und Gewalt prägen die Alltage – bei den Menschen werden Hilflosigkeit, Resignation, Angst, Trauer und verzweifelte Hoffnung zur Privatangelegenheit. Öffentliche Kritik wird nicht geduldet. Zweifel an der Politik der Nazis und an ihrem Handeln werden im Keim erstickt. Wer das riskiert, riskiert sein Leben. Menschlichkeit und Recht werden zu Fremdwörtern.
Engerhafe ist in dieser Zeit ein Ort, wie viele andere in Ostfriesland auch. Das Ortsbild wird von der mächtigen Kirche geprägt, von landwirtschaftlichen Betrieben und Wohnhäusern. Das Pfarrhaus steht gegenüber der Kirche aber der Pastor ist fort, kämpft an der Front. Und er wird dort sterben.
1944 dann wird ein Lager errichtet, Baracken und Wachtürme werden gebaut. Das Gesetz an diesem Ort hat zwei Buchstaben: SS. Sie ist überall präsent, regelt, bewacht, misshandelt, foltert, tötet – willkürlich. Und das alles mitten im Dorf.
Vor den Ohren und Augen der Menschen, der alten und der jungen – vor den Kindern, die die nahe Schule besuchen, taucht die durch die Nazis bereits verunstaltete Dorfidylle nun ein in das schrecklichste Grauen.
Auf ihrem Weg zur Schule, zur Arbeit, zu Verwandten, zur Kirche passieren die Menschen das Lager. Vom Feld aus sehen sie den langen Zug der Gefangenen auf ihrem Weg nach Georgsheil zur Kleinbahn oder abends wieder zurück in das Elend des Lagers.
Sie bekommen mit, dass auf diesen Wegen, immer einige auf der Strecke bleiben. In Aurich wird der Weg zum Panzergraben verlegt, weil die Städter den Anblick und den Geruch nicht ertragen können. In Georgsheil und Engerhafe ist das nicht möglich.
Und die Menschen dort – sie schweigen. Äußerlich schweigen sie. Innerlich werden sie zerrissen. Sie haben Angst um ihre Kinder, die auf dem Schulweg manchmal heimlich Brot über den Zaun werfen – Kinder verstehen eben nicht, was Erwachsene anderen antun können. Sie wollen helfen und sie tun es, weil sie die Konsequenzen ihres Handelns noch nicht richtig einschätzen können.
Manchmal fragen heute Besucher*innen der Gedenkstätte, was denn die Bevölkerung getan hat, die doch so hautnah das alles mitbekommen hat. Was für eine Frage!
Vielleicht haben sie für die Gefangenen gebetet und ihnen so ein Stück ihrer Würde wiedergegeben, die ihnen von den Aufsehern in kurzer Zeit umfassend genommen worden war. Ich bin davon überzeugt.
Aber – nein, sie haben nicht laut protestiert, sie haben keine Befreiungsversuche gestartet. Sie haben nicht eine scharfe Protestnote an die Regierung geschrieben.
Dieser geballten Gewalt hatten sie nichts entgegenzusetzen. Sie waren verdammt dazu, auszuhalten, was ihnen – ohne ihr Zutun – mit diesem Konzentrationslager zugemutet worden war.
Und darum, sind die Menschen in Engerhafe, die dort in den letzten Monaten des Jahres 1944 gelebt haben, ebenfalls Opfer des Naziregimes. Sie sind nicht die Täter. Das Naziregime mit ihren Schergen ging über Leichen. Alle, die sich ihnen in den Weg stellten, haben sie skrupellos liquidiert.
Mag sein, es lebten auch solche im Ort, denen das Handeln der Nazis ganz recht war. Die finden sich immer. Leider. Sie dürfen aber nicht den Blick auf die „normalen“ Bürger*innen verdecken, die einfach nur durch ihren Wohnort Engerhafe auf so drastische Weise mit den Verbrechen der Nazidiktatur konfrontiert, ja berührt worden sind.
Natürlich gab es in Deutschland auch eine Widerstandsbewegung, und den Drang hier zu widerstehen haben sicher auch viele Menschen in Engerhafe empfunden. Aber innerhalb von nur drei Monaten eine angemessene Widerstandsstrategie zu entwickeln und sie umzusetzen, erscheint im Rückblick unmöglich. Dass die Bevölkerung aber trotzdem Scham und Schuld angesichts ihrer erzwungenen Untätigkeit empfunden hat, ist nur natürlich.
Im Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Engerhafe, die Toten und die an Körper und Seele verletzten Gefangenen und ihre Angehörigen, sollten darum die Menschen in Engerhafe nicht vergessen werden.
Claus Dreier

Männersonntag 2018

Einladung zum Gottesdienst zum Männersonntag 2018
Nicht nur für Männer – wird dieser Gottesdienst am 28. Oktober vom Männerkreis Engerhafe vorb2018__werkheft_maennersonntag.jpgereitet. Als Jahresmotto steht die Männerarbeit im Jahr 2018 unter dem Leitwort: „… das Gute aber behaltet! (1. Thess. 5,21) – Beweglich. Bleiben.“. Vieles ist in unseren modernen Zeiten im Fluss. Globalisierung, Technisierung, Digitalisierung bestimmen die Nachrichten und den Alltag. Die Entwicklungen sind rasant. Wir sind alle ein Teil davon, besitzen Smartphones, surfen im Internet und nutzen den technischen Fortschritt. Aber nicht alles muss im eigenen Leben Raum haben. „Prüft alles“ empfiehlt der Epheserbrief, „und entscheidet, was gut ist“. Entscheidet, ob ihr beweglich sein oder bewusst stehen bleiben und andere Gewichte setzen wollt? Wie wollen wir leben, arbeiten, kommunizieren, Beziehungen pflegen? Jederzeit verfügbar oder mit bewussten Zeiten für Anderes? Männer suchen nach ihrem eigenen Weg. Für sich und für andere! Herzlich willkommen!

Worte zum August und September

Liebe Leserinnen und Leser,
viele Menschen mögen Wettkämpfe. Die Fußballweltmeisterschaft liegt zwar schon wieder einige Zeit hinter uns, aber die Gefühle sind noch vertraut, die damit zusammen hingen. Selbst dabei sein ist für viele wichtig oder mitfiebern, wenn andere um den Sieg kämpfen und dabei die „eigene Mannschaft“ unterstützen. Und – ja, wenn sie verlieren, wie in Russland, lässt einen das auch nicht kalt.
Wer mitmacht, kann gewinnen! Und – verlieren! Natürlich handelt es sich um “Konkurrenzkämpfe” und auch viele Spiele suchen den Sieger, die Siegerin. Es scheint uns Menschen Freude zu machen, uns mit anderen zu messen – “Dabei sein ist alles!” sagen dann viele und „der Spaß ist das Wichtigste!“ Aber können alle so entspannt sein?!
Anders ist es ja auf jeden Fall leider oft im “wirklichen” Leben. Wir Menschen kommen auf die Welt und dann schlagen wir eines Tages so richtig die Augen auf und schauen uns um und sehen die anderen Menschen; und wir lernen, sie nach und nach als Rivalen zu sehen – und dann überschlagen wir die Chancen, die wir haben, im Leben voranzukommen; wir prüfen unsere Fähigkeiten, rechnen mit unseren Möglichkeiten, und siehe da: gleich neben uns gibt es da Menschen, die in irgendeinem Punkt besser da zu stehen scheinen, als wir selbst.
Sie sind schöner, klüger, reicher, besser, in irgendeiner Weise bevorzugt auf die Welt gekommen. Und die Frage ist: wie lässt es sich damit leben?
Die Frage, die wir Menschen an das Leben richten, ist nicht so sehr: „Was kann ich aus meinem Leben machen, oder was kann ich mit meinen Fähigkeiten tun?“ die tiefste Frage, die aus meinem Herzen kommt, gilt dem Wunsch und dem Bemühen, akzeptabel und liebenswert genug zu sein.
Ich möchte eine Liebe von anderen erfahren, die mir das Gefühl gibt: “Es ist gut, dass es mich gibt.” So weit, so gut! Aber für so eine Liebe macht der Mensch oft eben auch alles, denn nichts ist für ihn schlimmer, als denken zu müssen, meine Fähigkeiten reichen nicht aus, um die notwendige Liebe zu verdienen. Ja, sich “Liebe verdienen zu müssen” ist für viele eine durchaus geläufige Erfahrung.
Und so beginnt ja auch die Geschichte von Kain, der sich seinem Bruder Abel gegenüber für minderwertig hält, für unansehnlich und benachteiligt. Und das geht soweit, dass er seinen Bruder umbringt, um dessen Platz im Leben einzunehmen.
Die Welt ist voll von Menschen, die von ihren Gefühlen der Minderwertigkeit gefangen sind; die meinen, zu kurz gekommen zu sein und die sich einer schier übermächtigen Konkurrenz gegenüber sehen. Unsere Welt ist voll von Tätern, die, in ihrem Minderwertigkeitsgefühl gefangen, nach außen hin gewalttätig Macht demonstrieren, und denen es doch nicht gelingt, ihre Ohnmacht dadurch zu verlieren, was sie auch immer dafür tun.
Solange wir uns aber fragen, inwieweit wir besser oder schlechter sind als andere, werden wir immer jemanden treffen, der geringer ist als wir, und wir werden ihn verachten – und wir werden immer auch jemanden treffen, der besser ist als wir, und wir werden uns selbst dafür verachten!
In den Augen Jesu gibt es nur einen Weg, der aus der Rivalität des Lebens herausführt: er besteht darin, die Augen auf Gott zu richten, dem wir uns verdanken, und von dem wir alles, was wir sind, empfangen haben und zu erkennen: “Ich bin Gottes einmalige Schöpfung!”
Es kommt nicht darauf an, andere zu besiegen, besser zu sein, schöner, klüger, reicher oder was auch immer! Die wesentliche Frage besteht darin, wie wir mit dem umgehen, was Gott uns gegeben hat – und wird das zu unserer Frage, kehrt auf der Stelle Frieden in unser Herz ein.
Die Kunst des Lebens besteht darin, uns selbst schätzen zu lernen, mich selbst zu lieben und anzunehmen. Jeder Mensch ist liebenswert!
Ihr/Euer Claus Dreier

Schulanfängergottesdienst

Einige Kinder sind in diesen Tagen und Wochen sicher schon eine wenig aufgeregt. Die Kindergartenzeit geht zum Sommer hin zu Ende und im August geht sie los, die Schulzeit. Das ist spannend und bedeutet sicher auch für die Familien eine ziemlich große Umstellung. Damit der Anfang gut gelingt, möchten wir Sie und Euch Kinder gerne unterstützen und begleiten. Wir laden alle zum Einschulungsgottesdienst am 10. August um 17.00 Uhr in unsere Kirche ein. Auch die Kinder und das Team vom Kindergottesdienst werden dabei sein. Wir freuen uns auf Euch und mit Euch!

Hof Andacht II

Natürlich hat bei der HofAndacht auch die Feuerwehr in Upende mitgemacht. Natürlich. Einweisung beim Parken, auf die Verkehrssicherheit geachtet und Würstchen gegrillt. So sind sie, die Feuerwehrleute. Dank dafür!

ffw-oldeborg-landandacht.jpg“Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!” So lautet das Bekenntnis der Feuerwehr. Feuerwehren sind oft dabei, wenn Feste gefeiert werden. Sie dienen den Menschen und der Gemeinschaft in ihrem Ort und laden auch zu eigenen Festen ein. “Feuerwehrleute können gut feiern!” Höre ich oft. Und es stimmt. Aber das ist nicht alles. Sie geben viel für unsere Sicherheit, für unser Leben. Das sollten wir nicht vergessen!

Gott die Ehre zu geben heißt: das Leben zu ehren, das Leben in der Gemeinschaft zu suchen und zu fördern, wo immer es geht. Es bedeutet, bereit zu sein, Kompromisse zu suchen, bereit zu sein, zu vergeben, wie es der Vater in der Geschichte vom “Verlorenen Sohn” vormacht. Und in dieser Beziehung halte ich die Feuerwehrfrauen- und Männer für Vorbilder in unserer Gesellschaft: „Wenn andere rausrennen aus dem Haus, rennen sie rein!“

Frank Waterstraat, der frühere Beauftragte unserer Landeskirche für Notfallseelsorge, hat einmal geschrieben:
„Feuerwehrleute sind Grenzgänger der Nächstenliebe, Wanderer zwischen den Welten: Scheitern und Gelingen, Leben und Tod, Trauer und Trost gehören zum Spektrum ihrer Erfahrungen im Einsatz. Sie erleben Menschen an ihren Grenzen, andere und vielleicht auch (manchmal) sich selbst.“

Es wird deutlich, unsere Feuerwehren arbeiten im Sinne Gottes. Und darum brauchen sie unsere Unterstützung:
– durch unser aller Respekt vor ihrer Arbeit,
– ganz praktisch durch Unterstützung der Politik im Kreis und in den Gemeinden, damit sie, gut ausgestattet, so effektiv und so sicher wie möglich arbeiten können
– und auch dadurch, dass wir junge Leute in unseren eigenen Familien, am Arbeitsplatz, in der Schule und auch in unseren Kirchengemeinden ermutigen, in die Feuerwehr einzutreten: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

Und noch etwas: Feuerwehren brauchen unsere Unterstützung indem wir für die Feuerwehrmänner und -frauen beten.

Claus Dreier