Angedacht November – Januar

Wegzeichen – Übergänge

Der Weg führt bergauf. Am Ende wartet ein besonderer Baum auf mich und ein grandioser Ausblick, entweder nach unten mit Überblick über die Stadt oder nach oben in den schönen weiten Wolkenhimmel. Das Bergauflaufen ist mir gar nicht so schwergefallen, weil ich wusste, was mich am Ende erwartet. 

In diesen Monaten gehen viele beschwerliche Wege, weil die Gedenktage im November ihnen bevorstehen und sie Furcht haben vor der dunklen, trüben Jahreszeit. In einer Werbung mit Katharina Witt heißt es: Deutschland fehlt das D das bedeutet, uns fehlt jetzt das Licht und damit das Vitamin D. Das leuchtet jedem ein, aber neben der äußeren Mangelerscheinung fehlt auch die innere, nämlich die Freude, die Leichtigkeit des Sommers, die Ausgelassenheit auf einer Gartenparty. Viele sind froh, wenn sie den November überstanden haben, denn dann beginnt die gemütliche Adventszeit mit ihren Kerzen, den Düften, den Weihnachtsmärkten, den selbstgebackenen Keksen, Zeit der Geschichten, der Adventsmusik.

Das Vitamin D für die Seele. Das ist eher etwas für unser Gemüt und schließlich feiern wir ja den Geburtstag von Jesus. Gottes Sohn, der in diese Welt kommt, um uns nahe zu sein, unsere menschlichen Schicksale mitzuerleben und uns Halt auf unserem Weg zu geben. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.Der Weg kann manchmal beschwerlich sein; er ist nicht immer leicht und gradlinig und manchmal verliere ich den Weg auch aus den Augen. Die Wahrheit kann manchmal bitter schmecken, z.B. wenn sich eine schlimme Diagnose bewahrheitet oder wenn ein Betrug aufgedeckt wird. Und das Leben? Nun, das ist vielfältig in seinen Auf – und Abs und manchmal fühlt es sich gar nicht lebendig an. In alle dem will Jesus uns Sicherheit geben: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6) 

Wenn wir uns an ihn halten und ihm vertrauen, ist unser Leben sicher, auch in den Stürmen des Lebens. Dieses Bibelwort macht uns Mut, in die kommende Zeit und in ein neues Jahr zu schreiten, quasi an der Hand Jesu, der uns kennt, uns liebt und weiß, was wir nötig haben.

Ich wünsche Ihnen in diesen Monaten eine Zeit der Besinnung, der Einkehr, der Freude und der Ausblicke auf ein neues Jahr mit der Jahreslosung 2026:
Siehe, ich mache alles neu (Off 21,5),
eine berührende Lektüre dieses Gemeindebriefes, Jahresendgrüße,

Ihre Pastorin Katharina Herresthal
[FotoBergan“: K. Herresthal]