Das Reich Gottes ist mitten unter Euch (Lk 17,21)
Na, was haben Sie in diesem Sommer entdeckt? Vielleicht haben Sie im Urlaub hübsche Städte und Kirchen besucht, vielleicht sind Sie locker lässig durch die Natur gepaddelt? Entdeckungen kann man überall machen, ob zuhause im Vertrauten oder auf Reisen in einer fremden Umgebung. Es braucht dazu ein offenes Herz, wache Augen und vor allem Zeit und Muße. Wenn ich mich z.B. in der Natur auf eine Bank setze und mich umschaue, kann ich im näheren und weiteren Umfeld ganz vieles entdecken. Vor mir ist ein Ameisennest, da kribbelt es und läuft fleißig durcheinander. Im Baum hinter mir singen irgendwelche Vögel. Ein paar Bäume weiter höre ich das Hämmern eines Spechtes. Mein Blick in die Weite lässt mich die herrliche Landschaft mit Wiesen und einem kleinen Bach erleben. Urlaubszeit weitet die Sinne. Geht es Ihnen auch so? Da liegt der Frieden mitten auf der Straße und ich wundere mich, wer diese Botschaft, diesen Wink für mich dort platziert hat. Da entdecke ich unweit vom Bahnhof Emden in meiner Wartezeit ein lauschiges Plätzchen am Kanal, wo Kanus einladen, herumzupaddeln. Mitten in einem Spreewaldort entdecke ich einen verlassenen Bahnhof und Spuren davon. Alte Koffer auf einer Laderampe, die die Geschichte derjenigen erzählen, die von hier gereist sind.
Was haben Sie entdeckt in diesem Sommer? Vielleicht sind Sie zuhause geblieben und haben die Sommerkirche erlebt und einen berührenden Impuls mitgenommen. Oder Sie waren auf einem der zahlreichen Konzerte in der Region. Oder Sie haben ein spannendes Buch gelesen, das Sie in fremde, interessante Welten entführt hat? Entdeckungen bedeuten, ich nehme etwas wahr, das ich zuvor nicht erkannt habe. Ich decke etwas auf, das zuvor verborgen schien. So ist es auch mit dem Reich Gottes. Im Monatsspruch für Oktober weist Jesus uns darauf hin: Das Reich Gottes ist mitten unter Euch (Lk 17,21). Das bedeutet, Gott wirkt nicht irgendwann in ferner Zukunft unter uns, sondern jetzt schon. Bei all den Entdeckungen, die ich machen darf, ist Gott an meiner Seite, weist mich auf die Wunder um mich herum hin. Gottes Reich unter uns heißt, er ist uns nahe in allem, was wir erleben. Gott ist gegenwärtig, auch in uns drin. Das Reich Gottes ruft dazu auf, Werte wie Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu leben und die Würde jedes Menschen als Träger des Bildes Gottes zu erkennen. In einem Kinderlied von Detlef Jöcker heißt es:
Gottes Reich ist mitten unter uns, so hat Jesus es gesagt, und was dies für uns bedeuten soll, hat man ihn sogleich gefragt. Gott will, dass kein Mensch mehr Hunger hat, wenn alle teilen, wird jeder satt. Ich glaube daran, das schaffen wir, dann ist Gottes Reich bald hier.
Zurück zu unseren Entdeckungen: Wenn wir sie auf das Reich Gottes übertragen, dann entdecken wir, wo wir anderen beistehen und mit ihnen teilen können. Dann wirken wir mit am Reich Gottes, das bereits mitten unter uns ist und dann sehen wir im Nächsten das Antlitz Gottes. In diesem Sinne wünsche ich allen, einen entdeckungsfreudigen Herbst mit reicher Ernte, ich grüße Sie herzlich, Ihre Pastorin Katharina Herresthal
